Kapellen in der Pfarre Klein

Neben der Pfarrkirche sind auch die vielen Kapellen, Bildstöcke und Wegkreuze bedeutsame Andachtsstätten der jeweiligen Ortschaften. Auch sie geben ein besonderes Zeugnis vom religiösen Leben in einer Pfarre.
Dazu kann mit Freude vermerkt werden, wie sehr sich in der Gegenwart Dorfgemeinschaften und zum Teil auch Privatpersonen bemühen, dass diese religiösen Kultstätten - vielfach sind es wertvolle Kleinodien der Volkskultur - renoviert und so für die Nachwelt erhalten werden.

Nachfolgend werden einige Kapellen unserer Pfarre, soweit es Informationen darüber gibt, kurz beschrieben.

Hodl-Kapelle

Sie wurde 1872 von Frau Anna Grassl gestiftet. In einem Schreiben an das bischöfliche Ordinariat vom 19. Juni 1872 ist sie erstmals als "Kapelle zur hl. Maria vom guten Rath" genannt.
1886 wurde die Kapelle von der Gemeinde Mantrach vollständig abgetragen und wieder neu aufgebaut. Im Jahre 1942 wurden die zwei Glocken für Kriegszwecke eingezogen. 1971 erhielt die Kapelle wieder die jetzige "Marienglocke". 1984 wurde schließlich ein elektrisches Läutwerk eingebaut.

Kapelle in Burgstall

Die von Sebastian Resch im Jahre 1830 erbaute Marienkapelle diente den Bewohnern von Burgstall und Umgebung schon immer als Stätte der Andacht und des Gebetes. 1981 wurde sie renoviert und erhielt auch ein elektrisches Geläute.

Lirzer-Kapelle in Goldes

Vor Errichtung der Kapelle stand an dieser Stelle ein Kreuz. Im Zweiten Weltkrieg lag Herr Rupert Lirzer mit schwersten Kriegsverletzungen im Krankenhaus von Cilli. Für eine Wiedergenesung und eine gute Heimkehr gelobte er, eine Kapelle bauen zu lassen. Seine Schwester, Frau Agnes Angerbauer, löste diese Gelöbnis ein und begann noch während der Kriegswirren mit Familienangehörigen und Taglöhnern die Kapelle zu bauen. Deshalb wurde ihre Familie angezeigt. Die Mutter, Frau Magdalena Lirzer wurde, obwohl schwer krank daniederliegend, mit einer Geldstrafe von 20 Reichsmark und 48 Stunden Arrest bestraft, weil sie die Erlaubnis zum Kapellenbau auf ihrem Grundstück gegeben hatte. Der damalige Pfarrer Winkler, der für die Kapelle das Judas-Taddäus-Bild stiftete, konnte die Kapelle nicht selbst einweihen, da er sich dadurch selbst in große Gefahr gebracht hätte. Er holte einen Kollegen aus Graz, der die Kapelle schließlich einweihte. Nach erfolgter Renovierung durch die Dorfgemeinschaft wurde die Kapelle im Jahr 1983 wiederum feierlich eingeweiht.

Wiesenkaiser-Kapelle

In der Pfarrchronik gibt es darüber nur spärliche Informationen. Demnach wurde die Kapelle im Jahre 1866 gebaut und eingeweiht. Sie ist der schmerzhaften Mutter Gottes sowie dem gegeißelten Heiland geweiht. Im Jahre 1984 wurde die Kapelle renoviert. Herr Fritz Krenn und die Familien Pirker/Achatz haben sich besonders dafür eingesetzt. Die Einweihung erfolgte 1986. (Unfall zerstört, neu gebaut ...)

Kapelle in Wippelsach

Die mündliche Überlieferung weiß von der Entstehung zu berichten: Ein Kind einer gewissen Frau Zöhrer soll auf eine heiße Herdplatte gefallen sein und dabei starke Verbrennungen erlitten haben. Aus Dankbarkeit für die rasche Heilung des Kindes soll die Frau im Jahre 1887 den Bau der Kapelle veranlasst habend. Die verwitwete Frau Zöhrer hat schließlich zum Hause Bröckl geheiratet, wodurch sie die Kapelle dieser Familie vererbte. Die ursprünglich zwei Glocken wurden im ersten Weltkrieg eingeschmolzen. 1971 hat die Wippelsacher Dorfgemeinschaft wiederum eine neue Glocke angeschafft.

Wölfl-Kapelle

Durch der Besitzerwechsel bei Wöflf um die Jahrhundertwende gibt es über diese Kapelle nur wenige Informationen. Sie wurde 1867 gebaut und der hl. Maria geweiht. Nach Renovierungsmaßnahmen in den Jahren 1965 und 1982 wurden sie jeweils feierlich geweiht

Bierfranzl-Kapelle

1827 von Jakob und Maria Deutschmann vlg. Bierfranzl aus Dankbarkeit und zur Verehrung der Gottesmutter inmitten von Weinbergen erbaut. 1947 wurde laut Chronik Mathias Deutschmann junior Eigentümer der Kapelle, ehe 1978 die Familie Gatschnegg/Wechtitsch sie in ihren Besitzstand übernahm.

Gigerl-Kapelle Nestelberg

Mitte vorigen Jahrhundertst von der Familie Lambauer vlg. Gigerl erbaut ist die Kapelle der unbefleckten Gottesmutter geweiht. Da bereits sehr baufällig, wurde die Kapelle 1986/87 von der Dorfgemeinschaft Nestelberg generalsaniert und mit einem neuen Turm versehen. Bei der Kapellenweihe im Juli 1987 konnte Pfarrer Puntigam auch eine vom Grazer Industriellen Dr. Ritter gespendete Glocke weihen.

Ermer-Glockenturm Karberg

Offenbar um Unwetter fernzuhalten hat Herr Anton Schipfer vlg. Ermer 1929 auf seinem Grund und mit dem von ihm gespendeten Holz einen Glockenturm errichtet, damit dort das Wetterläuten erfolgen konnte. Am 26. Oktober 1930 wurde die erste Glocke geweiht. Bald wurde auch durch die spendenfreudigen Karberger eine zweite Glocke angeschafft. Beide Glocken fielen dem zweiten Weltkrieg zum Opfer. 1950 kam wieder eine Glocke auf den Ermer-Glockenturm.

Nepomuk-Kapelle Mattelsberg

Über diese Kapelle gibt es nur mündliche Informationen: Demnach soll es in einem Jahr im vorigen Jahrhundert am Mattelsberg ein schweres Unwetter gegeben haben. Dabei wurden im Weingarten oberhalb des Gartnerhausen die Weintrauben derart vom Hagel vernichtet, dass der Traubensaft in den Gräben des Weingartens rann. Der heute noch gebräuchliche Name "Weinbach-Pauli" dürfte von diesem Ereignis herrühren.
Jedenfalls unternahmen die Mattelsberger in der Folge aus Furcht vor Unwettern alljährlich Wallfahrten nach St. Johann von Nepomuk in Slowenien. 1898 wurde schließlich von Karl Schmidt, einem Onkel der Frau Michl, die Kapelle gebaut. Die Nepomuk-Statue wurde vom Kleinkleiner Peter Pichler vlg. Blasi angefertigt. Die Kapelle ist seit Oktober 1958 auch Messkapelle. Sie gilt auch als Wetterkapelle, in der bei herannahendem Gewitter immer die Glocken geläutet werden(Wetterläuten). Durch einen Blitzschlag brannte im Jahre 1980 der Turm ab. Daraufhin wurde die Kapelle renoviert und gleichzeitig mit einem elektrischen Geläute versehen.

Kapelle in Kleinklein

Aus einer Eintragung in der Schulchronik ist über diese Kapelle folgendes zu entnehmen: Mit Baubeginn im Jahre 1901 wurde sie von den Dorfbewohnern unter Anleitung ihres Dorfrichters Peter Pichler vlg. Blasi errichtet. Dieser stellt auch selbst die Bildhauerarbeiten sowie die Malerei und die mit acht Registern versehene Pedalorgel her. Diese Orgel ist allerdings in der Zwischenzeit verschwunden. Am 8. September 1902 hat Dechant Reinisch die Kapelle feierlich eingeweiht. Die zwei Glocken wurden im ersten Weltkrieg abgenommen und im Jahre 1918 durch eiserne ersetzt. Seit 1942 ist die Kapelle auch Messkapelle. 1959 wurde sie unter dem damaligen Dorfrichter Josef Pichler vlg. Hartnermichl renoviert. Neuerlich mit vereinten Kräften aller Dorfbewohner wurde die Kapelle, zu der auch alljährlich die Fronleichnamsprozession führt, im Jahre 1983 von Grund auf erneuert und mit einem elektrischen Geläute versehen. Die neuen Glasfenster mit den Themen Brot und Wein wurden von von Romana Muster gestaltet.

Hubertus Kapelle

Wurde von der Dorfgemeinschaft Nestelberg-Oberfahrenbach gebaut. Ermöglicht wurde der Bau der Kapelle durch die großzügigen Spenden der umliegenden Bevölkerung, der einzelnen Vereine und Institutionen. Die Kapelle ist dem heil. Hubertus geweiht.

Koerbler